Wir bauen uns ein Krankenhaus: Das klinische Bild – Kunst beflügelt Genesung

Eine Ausstellung so gemütlich wie ein Krankenhaus. Und das gewollt und noch dazu gut gefüllt mit Besucher*innen. Wer macht denn sowas? Der Muthesius Transferpark! Natürlich nicht allein, sondern, wie es sich für ein ordentliches Transferprojekt gehört, mit allerlei Kooperationspartner*innen sowie Beteiligten der Muthesius Kunsthochschule.

Aber von vorn: Zuerst war da im letzten Wintersemester der Wettbewerb „Kunst hilft Heilen – Atmosphäre beflügelt Genesung“, den wir in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein durchgeführt haben. Studierende, Alumni und Alumnae aus verschiedenen Bereichen der Hochschule beschäftigten sich mit der Aufenthaltsqualität von Krankenhäusern, besuchten die imposanten Neubauten der Universitätskliniken in Kiel und Lübeck und reichten letztendlich Wettbewerbsbeiträge ein. Wie so üblich kam es zu einer Zwischen- und Abschlusspräsentation mit kompetenter Fachjury und dann: zum großen Plan einer Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse. Und zwar in der Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Damit Ende April 2019 die Ausstellung „Das klinische Bild – Kunst beflügelt Genesung“ eröffnen konnte, brauchte es ein Kurator*innenteam (danke, Chili Seitz und Ute Diez vom büro für nicht lineares denken!), das verstand, all den eingereichten Fotografien, Installationen und bildnerischen Arbeiten einen Kontext zu geben, mit ihnen eine Geschichte zu erzählen. Das Krankenhaus ist ein besonderer Ort. Durchgangsort und Arbeitsplatz. Raum der Hoffnung und Heilung, Angst und Alltagsroutine, der Fragen nach Orientierung, Identität und Grenzerfahrung mit sich bringt. Da die Arbeiten für genau jenen Ort konzipiert wurden, greift die Ausstellung letztendlich Situationen eines Krankenhausaufenthalts atmosphärisch auf, Behandlungszimmer und Krankenbett inklusive. Mehr soll an dieser Stelle gar nicht verraten werden, denn am schönsten ist es, die Atmosphäre unseres Museumskrankenhauses selbst zu erfahren – noch bis März nächsten Jahres ist die Ausstellung geöffnet. Auch ein Blick in die ausliegende Wartezimmerlektüre ist sehr zu empfehlen …

Künstler*innen der Ausstellung:
Elvira Bäfverfeldt Marklund, Felisha Bahadur, Lotta Bracker, Ute Diez und Chili Seitz, Julia Dankmer und Ronja Koppe, Anja Germanova, Nina Henrich, Helena Hintz, Andrea Kahlke, Rebecca Popken, Meike Schlemmer, Oskar Schroeder, Grigori Skrylev, Ihno Alexander Nakerst und Alexandra Evdokunin

03.05.2019

Muthesius Transferpark – Gestaltungsraum für Innovation


Der Muthesius Transferpark ist das Kompetenzzentrum der Kunsthochschule. Mit ihrem speziellen Wissen und ihrer Perspektive sind Gestalter*innen, Designer*innen, Raumstrategen*innen und Künstler*innen Impulsgeber*innen in jedem Innovationsprozess. Ganz gleich, ob es dabei um Produkte, Diskurse oder Veränderungsprozesse in Unternehmen, Institutionen oder in der Gesellschaft geht. Weil Transfer immer auch etwas mit Perspektivwechsel zu tun hat, haben wir bewusst Räume außerhalb der Kunsthochschule bezogen.

Transfer ist keine Einbahnstraße: Wir sorgen für den Austausch und für Kooperationen mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Mit unseren speziellen Projekt-, Veranstaltungs- und Qualifizierungsformaten verknüpfen wir die Kompetenzen aus verschiedenen Welten. Dabei verstehen wir uns auch als Übersetzer*innen für ein breiteres Verständnis von Design und Gestaltung. Denn hervorragendes Design ist viel mehr als ein Produkt. Es ist ein offener Prozess. Eine Methode, die den Anspruch an höchste Qualität ebenso braucht wie den Mut zum Scheitern, Verwerfen und wieder neu Losgehen – und die gerade darum besonders gut dazu beitragen kann, dass Innovationsvorhaben gelingen. Dass wir dies anbieten können, ist in Schleswig-Holstein etwas ganz Besonderes, denn wir sind die einzige Kunsthochschule im Land.

Transfer heißt bewegen, verändern, umsetzen

Lehrende und Studierende entwickeln jedes Semester Fragestellungen zu den aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Themen, sie erforschen und entwerfen Lösungen. In unserem Innovationslabor auf dem Anscharcampus können Entwürfe vertieft, weitergedacht und umgesetzt werden – als Transferprojekte in allen Themenfeldern, zu denen an der Kunsthochschule, auch interdisziplinär, gelehrt und geforscht wird. Dazu zählen Medical Design/Health Care, Demografie, Mobilität, Nachhaltigkeit/Klimaschutz, Digitalisierung, Wissenschaftskommunikation, Produktion der Zukunft, Zukunft der Innenstadt,

Zum Innovationslabor gehören Arbeitsräume sowie eigene Werkräume. Ausgestattet als moderne Werkstatt ist hier Raum für den Transfer von Ideen und Modellen in umsetzbare Strukturen. Wir beraten und begleiten Projektteams dabei, ihre Entwürfe zu hinterfragen, Gedanken zu vertiefen, mit Material zu experimentieren. Die Werkräume sind zugleich Vernetzungs- und Austauschraum. Experten*innen können hier die Fachkenntnisse ihres Gebietes mit anderen teilen und sich austauschen. Dies ermöglichen wir in wiederkehrenden Gesprächs- und Tüftelrunden zu bestimmten Themen, Materialien oder Werkzeugen als auch mit Fachvorträgen.

Hintergrund

Der Muthesius Transferpark wurde zum 1. April 2017 zunächst für fünf Jahre als Kompetenzzentrum bewilligt. Gefördert mit Mitteln der EU und des Landes Schleswig-Holstein, haben wir im Sommer 2017 unsere Arbeit aufgenommen. Wissenschaftliche Leiterin unseres interdisziplinären Teams ist Dr. Inge Schröder, Prof. Dr. Bettina Möllring leitet das Projekt auf Seiten der Kunsthochschule. Die Koordinatorinnen Anke Müffelmann und Susanne Kollmann verantworten Innovationslabor, Vernetzung sowie Qualifizierung und Internationalisierung, Tanja Lücker ist zuständig für Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Die Werkräume liegen in den Händen von Tobias Gehrke, Susanne Martens ist zuständig für Finanzen und Personal. Projektpartner des Transferparks ist die Kieler Wirtschaftsförderung GmbH.

Fragen?

Dr. Inge Schröder
T +49 (0)172 / 420 230 8, E schroeder@muthesius.de