MOKIT – flexibles Mobiliar für Pop-up-Stores in Kiel und auf der ganzen Welt

Leere Läden in den Innenstädten sind Mist. Das dachten sich auch die Kieler Wirtschaftsförderung und das Referat Kreative Stadt, als sie 2017 zusammen mit Kiel Marketing das Projekt „Zukunft der Innenstadt“ entwickelten, um u. a. Leerstände kurzfristig durch Pop-up-Stores und -Galerien zu beleben. Verbunden mit dieser Idee ist, die jeweiligen Zwischenmieter*innen zu motivieren, neuartige Konzepte auszuprobieren, die dabei helfen, auch die Innenstadt selbst zu transformieren: Von einem Ort des Austauschs von Waren zu einem Ort des Austauschs von Ideen, Diskursen, Aktionen, durch Konzerte, Lesungen, Debatten, Nachbarschaftsfeste, Experimente und und und.

Zwischennutzungen leerer Läden sind temporär und kommen oft kurzfristig zustande. Mieter*innen kommen mit Ideen, aber meistens ohne Möbel. Dafür gibt es ab Januar 2019 MOKIT, das flexible Möbelbausystem aus nur drei Komponenten: Rundhölzern, dem bereits preisgekrönten Verbinder MIKADO ( –> Ideenwettbewerb SH) und einklickbaren Lochblechen. Je nach Bedarf und Konzept des jeweiligen Pop-up-Stores werden daraus im Handumdrehen Regale, Kleiderständer, Tresen, Hocker, Podeste, Lampenhalter, Bilderrahmen und was die Fantasie noch so hergibt.

MOKIT ist ein Transferprojekt par excellence: Initiiert und mitfinanziert von unserem Projektpartner KiWi und dem Referat Kreative Stadt fiel der Startschuss im Rahmen eines Kurzprojekts zu Beginn des Sommersemesters, betreut von Prof. Martin Postler. Am Ende der Woche präsentierten elf Teams ihre Konzepte und Modelle vor einer Fachjury. Die hatte dann die Qual der Wahl und entschied, die Siegersumme auf zwei Teams zu verteilen, deren Konzepte sich bestens ergänzten. Begleitet von Tobias Gehrke, unserem technischen Leiter, wuchsen beide Teams schnell zu einem zusammen, der Name MOKIT war geboren.

Fotos: Henrieke Neumeyer

Seit September arbeiten Henrieke Neumeyer, Benjamin Unterluggauer, Simon Bruhns, Leon Clausen, Finn Lassen, Chen Xin und Carolin Straka in einem unserer Projekträume in Haus 1 an ihrem Prototypen. Sie haben sogar ein eigenes Werkzeug gebaut, um den Blechen die benötigte Faltung verpassen zu können. Erste Nutzertests während des InnovationsFestivals bestätigten, was wir längst ahnten: MOKIT hat Potenzial. Die Besucher*innen rannten dem Team die Bude ein, am Ende quollen die Hosentaschen über vor Visitenkarten. Jetzt sehen wir mit Spannung der Premiere der ersten echten Anwendung entgegen: Im neuen Jahr testet NO TALENT in ihrem Pop-up-Store in der Kieler Schlossstraße, was mit MOKIT alles geht. Die KiWi stellt danach zwei komplette Sets zum Ausleihen für weitere Zwischennutzungen zur Verfügung. Wir sind sicher, bei zweien wird es nicht lange bleiben, wir sehen dieses tolle Kieler Design schon jetzt in Pop-up-Stores auf der ganzen Welt. Und wir können dann sagen: Wir sind dabei gewesen.

28.11.2018

Muthesius Transferpark – Gestaltungsraum für Innovation

Der Muthesius Transferpark ist das Kompetenzzentrum der Kunsthochschule. Mit ihrem speziellen Wissen und ihrer Perspektive sind Gestalter, Designer, Raumstrategen und Künstler Impulsgeber in jedem Innovationsprozess. Ganz gleich, ob es dabei um Produkte, Diskurse oder Veränderungsprozesse in Unternehmen, Institutionen oder in der Gesellschaft geht. Weil Transfer immer auch etwas mit Perspektivwechsel zu tun hat, haben wir bewusst Räume außerhalb der Kunsthochschule bezogen: In Haus 1 auf dem Anscharcampus gehören wir zum jungen Kreativquartier in Kiel-Wik.

Transfer ist keine Einbahnstraße: Wir sorgen für den Austausch und für Kooperationen mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Mit unseren speziellen Projekt-, Veranstaltungs- und Qualifizierungsformaten verknüpfen wir die Kompetenzen aus verschiedenen Welten. Dabei verstehen wir uns auch als Übersetzer für ein breiteres Verständnis von Design und Gestaltung. Denn hervorragendes Design ist viel mehr als ein Produkt. Es ist ein offener Prozess. Eine Methode, die den Anspruch an höchste Qualität ebenso braucht wie den Mut zum Scheitern, Verwerfen und wieder neu Losgehen – und die gerade darum besonders gut dazu beitragen kann, dass Innovationsvorhaben gelingen. Dass wir dies anbieten können, ist in Schleswig-Holstein etwas ganz Besonderes, denn wir sind die einzige Kunsthochschule im Land.

Transfer heißt bewegen, verändern, umsetzen

Lehrende und Studierende entwickeln jedes Semester Fragestellungen zu den aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Themen, sie erforschen und entwerfen Lösungen. In unserem Innovationslabor auf dem Anscharcampus können Entwürfe vertieft, weitergedacht und umgesetzt werden – als Transferprojekte in allen Themenfeldern, zu denen an der Kunsthochschule, auch interdisziplinär, gelehrt und geforscht wird. Dazu zählen Medical Design/Health Care, Demografie, Mobilität, Nachhaltigkeit/Klimaschutz, Digitalisierung, Wissenschaftskommunikation, Produktion der Zukunft, Zukunft der Innenstadt,

Zum Innovationslabor gehören Arbeitsräume sowie eigene Werkräume. Ausgestattet als moderne Werkstatt ist hier Raum für den Transfer von Ideen und Modellen in umsetzbare Strukturen. Wir beraten und begleiten Projektteams dabei, ihre Entwürfe zu hinterfragen, Gedanken zu vertiefen, mit Material zu experimentieren. Die Werkräume sind zugleich Vernetzungs- und Austauschraum. Experten können hier die Fachkenntnisse ihres Gebietes mit anderen teilen und sich austauschen. Dies ermöglichen wir in wiederkehrenden Gesprächs- und Tüftelrunden zu bestimmten Themen, Materialien oder Werkzeugen als auch mit Fachvorträgen. Für Workshops und größere Veranstaltungen nutzen wir die neu eingerichteten Seminarräume in Haus 1.

Hintergrund

Der Muthesius Transferpark wurde zum 1. April 2017 zunächst für fünf Jahre als Kompetenzzentrum bewilligt. Gefördert mit Mitteln der EU und des Landes Schleswig-Holstein, haben wir im Sommer 2017 unsere Arbeit aufgenommen. Wissenschaftliche Leiterin unseres interdisziplinären Teams ist Dr. Inge Schröder, Prof. Dr. Bettina Möllring leitet das Projekt auf Seiten des Präsidiums der Kunsthochschule. Die Koordinatorinnen Anke Müffelmann und Susanne Kollmann verantworten Innovationslabor, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung sowie Qualifizierung und Internationalisierung. Die Werkräume liegen in den Händen von Tobias Gehrke, Susanne Martens ist zuständig für Finanzen und Personal. Projektpartner des Transferparks sind die Kieler Wirtschaftsförderung GmbH und die Anschar Kultur- und Kreativwirtschaft GmbH.

Weitere Fragen?
Dr. Inge Schröder
schroeder@muthesius.de
T +49 (0)172 840 14 27